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Die Geschiche der Stadt Siófok
Die Umgebung der Stadt Siófok war bereits in der vorgeschichtlichen Zeit, in der Jungsteinzeit und in der Römerzeit bewohnt. Die römischen Eroberer erreichen die Umgebung des heutigen Siófok im I. Jahrhundert, hier lang führt die Straße von Sopianae (Pécs) über Tricciana (Ságvár) nach Arrabona (Gyôr). Laut Aufzeichnungen von Sextus Aurelius Victor (III-IV. Jh.) ließ Kaiser Galerius im Jahre 292 auf dem heutigen Gebiet von Siófok Wälder ausrotten und eine Schleuse erbauen, zur Entwässerung der Sumpfgebiete des "Lacus Pelso" - so hieß der Balaton auf Latein. Er benannte die ganze Gegend nach seiner Frau Valeria. Nach der Landnahme der Ungarn findet man bereits in der Stiftungsurkunde der Abtei von Tihany (1055) - also im ersten ungarischen Sprachdenkmal - den folgenden Satz: ... "Rivulus namque, qui dicitur Fuk fluens" ... Das heißt, übersetzt: "Der kleine Fluß, genannt Fuk, entspringt ebenfalls dem erwähnten See, liegt an einer Stelle, wo man übersetzen kann, mit Hilfe einer älteren Brücke und, oft, einer Furt." 1541 drängten sich die Türken allmählich vor, nach der Einnahme von Szigetvár erreichten sie den Balaton. 1552 nahmen sie Veszprém ein, und nahmen auch Fok und seine Umgebung in ihre Macht. Siófok wurde zum Kriegshafen, auch eine Festung wurde erbaut. Die Gegend wurde 1688 vom türkischen Joch befreit. Fok kam in den Besitz des Veszprémer Kapitels, das es mit Siedlern besiedelte, und 1693 ließ es eine Holzkirche für die Einwohner erbauen. In der Zeit des Rákóczi-Freiheitskampfes zog hier lang die berühmte Sió-Linie von Bottyán Vak. Deren letzter Eckpunkt war die Festung von Siófok. Sie wurde auf dem Platz der ehemaligen türkischen Festung nach Plänen des französischen Kriegsingenieurs De la Riviere errichtet. 1705 verlieh Fürst Franz Rákóczi II. dem Dorf Fok einen Stempel, der zur Grundlage des heutigen Wappens diente. Die bedeutende Entwicklung der Siedlung beginnt im XIX. Jahrhundert. Vom Jahre 1810 an verkehrte die Schnellpostlinie Siebenbürgen - Adria über Siófok. (Anmerkung: Ab 1867 arbeitet eine selbstständige Postmeisterschaft, ab 1946 ein staatliches Postamt in Siófok.) Das XIX. Jahrhundert ist auch in der Hinsicht der Wasserregelungen sehr wichtig. 1818 beauftragte der Palatin Josef den Ingenieur József Beszédes mit den neubegonnenen Regelungsarbeiten des Flusses Sárvíz. Man kann das Ergebnis der Arbeiten, die von 1810 bis 1825 auf dem Sió-Balaton-Teil des Wassersystems verrichtet wurden. 1858 begann man mit den Bauarbeiten der Eisenbahnlinie Buda - Nagykanizsa, 1861 wurde sie dem Verkehr übergeben. Die 1858 begonnenen Bahndammarbeiten trugen zur Stabilisation des Südufers des Sees bei. Der Eisenbahndamm diente nämlich gleichzeitig als Damm gegen die Überschwemmungen im Frühjahr. Man begann mit den Bauarbeiten der Südeisenbahn bei äußerst tiefem Wasserstand. Man meinte, daß der 88 cm hohe Damm genug Sicherheit gewähren wird. Der hohe Wasserstand der darauffolgenden Jahre beschädigte aber oft die Dämme: so kam die "Südeisenbahngesellschaft" in der Seenregelung zur entscheidenden Rolle. Durch sein reges Badeleben wurde Siófok zum beliebten Aufenthaltsort des Großbürgertums und der Künstler- und Schauspielerwelt von Budapest. Am Ende des zweiten Weltkrieges erlitt die Ortschaft schwere Schäden. Die Front zog hier lang zwei Monate lang, und machte an den Ufergebäuden, Ferienhäusern, Hotels, Wohngebäuden und am Schiffpark große Schäden. Nach 1948 nahm die Entwicklung der Ortschaft eine neue Richtung. Siófok wurde zum Zentrum der von den Gewerkschaften und Unternehmen organisierten Ferien. Die 70er Jahre sind die Jahre der schwungvollen Entwicklung. Die Infrastruktur wird im größten Teil ausgebaut. 1976 wird das Kulturzentrum und die Bibliothek übergeben. Vom Anfang der 80er Jahre an beginnt die Stadt ihre internationalen Beziehungen auszubauen. In unseren Tagen ist Siófok eines der bedeutendsten Fremdenverkehrszentren von Ungarn, wie es oft heißt: "die Hauptstadt des Balaton". Es verdient diesen Titel durch seinen guten Verkehr, und das seichte Wasser, das gefährloses Baden anbietet. Der Erholung der Gäste dienen, neben dem weichen Wasser, die Sehenswürdigkeiten, die organisierten Programme und die ungarische Gastfreundschaft. Durch die vielen öffentlichen Statuen, Denkmäler ist die Stadt eine echte Freilichtausstellung. Man findet unter anderen die Werke "Vergehende Zeit", "Emmerich Kálmán", Werke von Imre Varga, einem der größten lebendigen Bildhauer, der in Siófok geboren wurde. Neben den Kunstdenkmalgebäuden bilden schon einige moderne kirchliche Gebäude mit ihren interessanten architektonischen Lösungen richtige Sehenswürdigkeiten. Dank den Entwicklungen der vergangenen Jahre beginnt die Siedlung zur Stadt der Parkanlagen und der Blumen zu werden. In dieser Hinsicht ist der Milleniumspark vor dem Bahnhof besonders hervorzuheben. Die Stadt, 106 Km weit von Budapest entfernt, kann, dank ihrer ausgezeichneten Verbindungen mit PKW, Autobus, Zug oder Flugzeug genauso gut, aus jeder Richtung erreicht werden.